16. – 30. November 2018, Franz Amann: There is a crack in everything

Franz Amann

Opening: 16.11.2018, 7 pm
Duration: 16. – 30.11.2018
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Franz Amann: There is a crack in everything
pianosound by Lisa Berger

Ich fange den Geist einer unschönen Zeit ein. Es wird wieder dunkler. Die Selbstzerfleischung der Gesellschaft, die Rückkehr zu protofaschistischen Staaten, die Präsenz autoritär konservativer Strömungen und gleichzeitig die Möglichkeiten uferloser Kommunikation verändert auch die Zirkulationen innerhalb des Produktionsraumes der Malerin. Dieses Zittern des Raumes, in dem man sich bewegt, ist wohl spürbar. Die Führung des Pinsels, der Farbauftrag scheint erheblich gestört oder in einer ständigen Ablenkung begriffen zu sein. Der Erdenschwere zu entkommen, nach Nietzsche der Zustand der erleichterten Seele, scheints ist unmöglich und gleichzeitig ist da ein unsichtbarer Gerichtshof, der waltet, verurteilt, zuordnet und einteilt in Klassen über Generationen. Die Malerei findet statt zwischen Auf und Abwärtsbewegungen oder Bewegungen am Boden bzw. am Untergrund entlang, welche stets verwoben sind mit dem Flecht und Regelwerk der Gesellschaft. Das ist die Möglichkeit von Kunst: Aus allen Schwierigkeiten und Gemeinheiten heraus Kristalle herzustellen, die das ganze Netzwerk der Störungen und Durchquerungen des herrschenden digitalen und politischen Raumes inkorporieren und festhalten (in irgendeiner Form zu irgendeinem Zeitpunkt) und herausschleudern. Das Resultat wäre dann freies furchtloses Schweben. Wobei mir Schwirren besser passen würde als Schweben, weil mit diesem Wort eine Durchdringung von Welt gezeigt und eine Auflösung der Umwelt suggeriert wird, aber eben keine Distanz zum Tumult geschweige denn frei und furchtlos.
Der Kakapo spricht: „Ich bin der schwerste Papagei, beinahe wäre ich ausgestorben, ich hatte Jahrtausende keine Feinde. Ich hab aufgehört zu fliegen, es war nicht notwendig, denn mein Leben war sowieso im Zustand des freien furchtlosen Schwebens über alle Gesetze und Urteile.“